Mittwoch, 14. September 2011

Update zur aktuellen Börsenlage


Nach den dramatischen Verlusten der ersten Augusttage, legten die Märkte am 11. August eine Verschnaufpause ein und schlossen erstmals wieder im Plus. Die Marktteilnehmer erhofften sich Lösungen von dem für den 16. August angesetzten Treffen von Bundes-kanzlerin Merkel und dem französischen Präsidenten Sarkozy, das die Erörterung einer besseren wirtschaftspolitischen Steuerung der Euro-Zone zum Inhalt hatte. Denn die bisherige Krisenpolitik des Euro-Rettungsschirms ist klar an ihre Grenzen gestoßen. Weder ist sie dauerhaft finanzierbar, noch kann sie die Märkte weiter beruhigen.
Die Ergebnisse dieser Zusammenkunft waren jedoch dürftig und stießen auf ein sehr geteiltes Echo, zumal den insbesondere von den Krisenstaaten herbeigesehnten Euro-Bonds eine klare Absage erteilt worden war.
Zeitgleich zum Treffen von Merkel und Sarkozy erschütterten unerwartet schlechte Konjunk-turdaten aus Deutschland und Frankreich die Märkte. Nach einem bemerkenswerten ersten Quartal, in dem die deutsche Wirtschaft quasi vor Kraft strotzte, stagnierte das Wachstum im zweiten Quartal nahezu. Mit einer gewissen Abkühlung hatte man gerechnet, nicht jedoch mit einer derartigen Vollbremsung. Nichtsdestotrotz ist laut Experten in Deutschland nicht mit einer Rezession zu rechnen, vielmehr kehre die deutsche Wirtschaft nach dem überdurchschnittlichen Wachstum im Anschluss an die während der Finanzkrise erlittenen Rückschläge nun in normales Fahrwasser zurück. Anleger hielt dies jedoch nicht davon ab, ihre Nervosität erneut in massiven Aktienverkäufen auszudrücken.
Die nächsten schlechten Nachrichten kamen am Donnerstag aus den USA, wo für Juli eine Inflationsrate von 3,6% verzeichnet wird. Angesichts dieser Zahl wird es sich die US-Notenbank nochmals gut überlegen müssen, ob sie die Finanzmärkte erneut mit Liquidität fluten kann, um die schwächelnde Wirtschaft zu unterstützen. Tut sie es, riskiert sie eigentlich inakzeptable Inflationsraten, tut sie es nicht, droht die US-Wirtschaft in eine erneute Rezession abzurutschen.

Neben den Industrienationen sind zunehmend auch Schwellenländer von sinkenden Wachs-tumsraten betroffen. Zwar liegen sie hier noch vergleichsweise deutlich im Plus – in China bspw. wird über 7 bis 9% spekuliert, nach 10,9% im letzten Jahr – dennoch würde die Wirtschaft der exportorientierten Industrienationen, wie Deutschland, von einer Abkühlung in den Schwellenländern empfindlich getroffen.

Nachdem das Treffen von Merkel und Sarkozy keine brauchbaren Rettungsanker erkennen ließ, regiert seit dem 16. August an den Märkten weltweit wieder die Angst. Besonders schwer getroffen ist abermals der DAX. Eine erneute Verkaufswelle hatte ihren Höhepunkt am Donnerstag, dem 18. August. Aufwärts geht es hingegen im VDAX, dem Volatilitätsindex des DAX, der auch als „Angstbarometer“ bezeichnet wird. Während der ersten beiden Augustwochen war der VDAX auf über 54 Punkte hochgeschnellt, seinem höchsten Wert seit der Finanzkrise 2008, fiel dann wieder auf 33 zurück und lag zum Wochenschluss bei 46. Zum Vergleich ist anzumerken, dass der V-DAX nach der Lehman Pleite 2008 zeitweise bei 80 Zählern stand.

  Performance ausgewählter Indizes am 19. August (in EUR)
Index
9. bis 19. August
1. bis 19. August
seit Jahresbeginn
Euro Stoxx 50
-5,55%
-19,05%
-19,84%
DAX 30
-7,48%
-23,45%
-20,74%
CAC 40
-3,44%
-17,81%
-18,16%
FTSE 100
-0,39%
-12,12%
-13,29%
Nikkei
-3,85%
-10,53%
-15,11%
S&P 500
-0,79%
-13,01%
-16,03%
DJ Industrial
-0,96%
-10,74%
-11,77%
MSCI World
-1,70%
-13,64%
-17,74%
DJ Sustainable
-2,25%
-13,90%
-16,68%
MSCI Emerging Markets
-3,12%
-14,63%
-20,32%
NASDAQ
-1,87%
-15,05%
-17,57%

Vor diesem Hintergrund haben sich unsere Anlagestrategien weiterhin relativ gut gehalten. 
Performance
Globale Chancen ALT
Ethisches Investment ALT
Globale Chancen NEU
Ethisches Investment NEU
Deutsche Aktien
1. - 19. August
0,54%
-1,03%
-4,13%
-2,77%
-10,72%
9. - 19. August
1,55%
-0,06%
0,61%
1,60%
-3,51%
seit Jahresbeginn
-7,24%
-10,21%
-5,83%
-7,98%
-14,18%

Die meisten Marktbeobachter schätzen die derzeitigen Abverkäufe im DAX als völlig über-trieben ein. Da der DAX sich nach der Finanzkrise überdurchschnittlich gut entwickelt habe, würde er nun auch überdurchschnittlich schwer abgestraft. Insgesamt sei die Konjunktur-lage jedoch gut. Die Unternehmen rechnen mit passablen Gewinnen und die EZB sieht die Konjunktur der Eurozone weiterhin auf Expansionskurs, wenn die Prognosen im Vergleich zu denen am Jahresbeginn auch nach unten korrigiert werden mussten.

Wir gehen davon aus, dass die Turbulenzen an den Börsen weiterhin anhalten werden, rechnen jedoch nicht auf Dauer mit der extremen Volatilität der letzten drei Wochen. In Anbetracht der fehlenden Anlagealternativen zu Aktien werden Anleger wieder an die Aktienmärkte zurückkehren.

Angesichts der günstigen Einstiegsniveaus haben wir unsere Aktienquote wieder leicht erhöht und einen Teil der Liquidität in Fonds mit erstklassigen Aktien unterschiedlicher regionaler Streuung zurückgeführt.

Die gegenwärtigen Anteilspreise der Strategien gegenüber dem aktuell gesicherten Anteils-preis stellen sich wie folgt dar: 
Globale Chancen ALT
Ethisches Investment ALT
Globale Chancen NEU
Ethisches Investment NEU
Deutsche Aktien
Anteilspreis am 19. August
78,54
78,13
95,89
92,37
113,39
Aktuell gesicherter Anteilspreis
110,00
110,00
101,938
101,575
n/a

Gerade in dieser Situation bewährt sich unser System der Gewinnsicherung. Die bisher erreichten, festgeschriebenen Anteilspreise können zum Laufzeitende nicht unterschritten werden und gelten für alle bereits erfolgten Einzahlungen wie auch für die zukünftig noch zu tätigenden Einzahlungen. Die schwachen Börsenkurse bieten Ihren Kunden demnach eine Chance für einen günstigen Einstieg. Denn auch für die derzeit monatlich zu einem vergleichsweise niedrigen Anteilspreis erworbenen Anteile gilt am Laufzeitende der heute festgeschriebene höhere Anteilspreis.


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